1917

Als Heinrich Aufhäuser 1917 stirbt und unter großer Anteilnahme der Münchener Bevölkerung zu Grabe getragen wird, übernimmt sein ältester Sohn Martin die Leitung des Bankhauses. Nach seinem Eintritt in die Bank als Teilhaber 1901 hatte Martin Aufhäuser genügend Zeit gehabt, um die Bank intensiv kennen zu lernen. Er übernimmt die Bank in einer sehr unruhigen Zeit. Deutschland befindet sich bereits seit drei Jahren im Krieg und eine Niederlage des Deutschen Reichs zeichnet sich immer mehr ab. Hinzu kommen die allgemeine ökonomische Krise durch die wirtschaftliche (und militärische) Mobilisierung im Inneren und die Wirtschaftsblockade der Alliierten sowie Hungerkrisen in der Bevölkerung, wovon auch gerade München betroffen ist.

Ebenfalls 1917 erwerben Martin und Auguste Aufhäuser die im Jahr 1907 erbaute Villa an der Maria-Theresia-Straße 28. Der Architekt Max Langheinrich hatte das Haus für den bekannten Münchener Schriftsteller Josef Ruederer geplant. Die Familie Aufhäuser bezahlt für das 2.290 Quadratmeter große Grundstück 385.000 Mark. 1954 erwirbt die Landesapothekenkammer von der Erbengemeinschaft der Familie Aufhäuser die Villa und baut sie umfangreich um, so dass der ursprüngliche Zustand heute nicht mehr erkennbar ist.

Villa an der Maria-Theresia-Straße 28
 
Villa an der Maria-Theresia-Straße 28, 1920er Jahre
Zeitläufte

1917: Kriegsentwicklung. Die Vereinigten Staaten erklären am 6.4.1917 dem Deutschen Reich u.a. vor dem Hintergrund des unbeschränkten deutschen U-Boot-Kriegs den Krieg. Damit ist ein Vorentscheidung zugunsten der Entente-Mächte im Krieg gefallen. Geschwächt wird die Entente durch den Ausbruch der Februar- und Oktoberrevolution in Russland; am 15.12.1917 wird zwischen Deutschland und Russland ein Waffenstillstand vereinbart.

Am 14.7.1917 erfolgt die Entlassung von Reichskanzler Bethmann Hollweg, Nachfolger wird Georg Michaelis.